PETER HAHN | FOTOGRAFIE | FOTOBLUES.NET

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BERLINER MAUER - EIN NEKROLOG

Warum ist die Banane krumm? Gründe und Erklärungen gibt's hier bestimmt genug. So auch zum Bau des Monstrums Mauer in einer Stadt mit einer durchaus nicht nur rühmlichen Vergangenheit. Halt dumm gelaufen, könnte man meinen. Trotzdem sei die Frage erlaubt: Warum konnten sich die Moritatenerzähler von "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten" in Erich's zweiter Heimat bis hin "Das tritt meiner Kenntnis...ist das sofort, unverzüglich" so in Szene setzen? War bestimmt nur Weltpolitik-tik-tik. Jedenfalls gegen 18:53 Uhr am 9. November 1989 entwich langsam der Rauch aus dem Lampenparadies.

Ja, so lang war sie: 155 km. Zuerst Stacheldraht, dann Beton und Elektrozäune, garniert mit Wachtürmen. Zynisches Eröffnungsdatum 13. August 1961. Leid, Elend, Schutz und Sperre. Ab 1975 gab es dann noch eine letzte Runderneuerung. 45.000 Stützwandelemente der Marke UL 12.11 der 4. Generation wurden vom Völker-wir-lieben-dich-Regime in der Stadt neu verbaut - stattliche Höhe: 3,60 m. Die Dinger brachten es wie ihre Vorgänger zu Weltruhm, entweder unrühmlich oder als Kunstmauer, zumindestens hatten wir im Westteil eine bessere Sicht auf den Betonschlauch. Sorry...

EINS ZWEI DREI

Zahlen haben in der Numerologie ihren eigenen Charakter. Neben Schicksalszahlen, Herzenszahlen, Namenszahlen geht es auch um Hausnummern. So werden diesen Zahlen auch ganz bestimmte Qualitäten und Bedeutungen zugeordnet. Die Zahl 2 als Hausnummer steht für Kreativität und Schönheit, die 8 für Geld. Allgemein übernimmt die Zahl 13 die Rolle des Unglücks, aber nicht bei den Chinesen. Die vermeiden 4, weil sie in der Lautung dem Wort Tod ähnelt.

Hausnummern stellen in der Fotografie nicht gerade das Objekt der Begierde da. Unterwegs sind sie jedoch irgendwie stets present. So wie "Tretminen", Bordsteine, Gullys. Aber in ihrer Erscheinungen vielfältiger, oft auch liebenswert. Sie spiegeln auch eine gewisse Kreativität des Bewohners wieder. Zahlen können durchaus mit einem in Dialog treten - ähnlich wie Wörter. So soll nach W.S.Burroughs die 23 das Tor in eine andere Dimension sein. Na ja. Interessant: Die Zahl 250 steht in China synonym für Idiot.

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DESTINATION ESSEN TRINKEN

Die Bestellung einer "Curry" ist eine ernsthafte Angelegenheit. Generell gilt: Die Bezeichnung Wurst beim Bestellen unbedingt weggelassen. Möglichst unprätentiös soll's sein, authentisch in Form und Knorke, ein Spruch zwischen den Lippen, nicht unbedingt logisch, den Eindruck von Schlagfertigkeit vermitteln, und Dankbarkeit zeigen, das man zügig bedient wird. Geht das erfolgreich über die Bühne - dann kann die leicht geräucherte Wurst, mit Majoran gewürzt, in Naturdarm gepreßt, gegart in Bratfett, geschnitten in Stücke, gepudert mit Cayennepfeffer oder edelsüßem Paprika und janz entscheidend, endlich mit Curry aus einer Blechdose eingestaubt werden. Dazu noch Ketchup druff. Mayo und Pommes dürfen nicht fehlen. Alles auf einer handlich dünnen leicht beigefarbenen Pappe. Nach der Bezahlung kann man dieses Wunderwerk sein Eigen nennen...

Das sind glorreichen Sieben der Berliner Küche: Eisbein, Bulette, Kassler, Schrippe, Döner, Currywurst, Pizza. Etwas außen vor: Soljanka und Letscho. Grilletta und Broiler gibt's ja nicht mehr. But the winner is: Die unter dem Warenzeichen 721319 im fernen Patentamt München angemeldete Currywurst. Herta Heuwer vom Stutti kreierte sie. Ach ja, nicht zu vergessen: der Döner ist ein Kreuzberger Produkt, der in der Türkei unbekannt war. Durch dessen Erfolg sind ehemals klassische Wurstbuden jetzt zu Dönerbuden geworden. Die Pizza, seit 50 Jahre das konservierte Ferienglück aus Italien, scheint unverwüstlich. Aber ehrlich: Der Burger ist der ungekrönte Champion der Jugend in der Stadt. Thaiküchen und Bio-Cafes sind auf der Überholspur. Und Überraschung: Eine wachsende Anzahl von Gourmet-Tempeln mit internationalem Niveau. Und natürlich nicht zu vergessen: Ein Bier, bitte...